1946-1981

... fertigt die Gießerei in Birkholzaue mit Genehmigung der Russen. Es werden Aluminiumkochtöpfe hergestellt, die Walter Sperlich im Tausch gegen Lebensmittel bei den Bauern anbietet. Für die russische Militärabteilung werden Wasserhähne aus Aluminium und Messing gegossen, daneben wird mit der Produktion von Düngerstreuwannen begonnen. Die Russen erkennen und nutzen das Können sowie die Anlagen der Gießerei bei der Errichtung des sowjetischen Ehrendenkmals in Treptow und einer weiteren Gedenkstätte in Schönholz. Die erstellten Monumentalplastiken werden wieder in Bronzeguss gefertigt.
Zum 1. April 1949 kann Walter Sperlich auch den Betrieb in Reinickendorf wieder aufnehmen, er fängt dort noch während der Berlinblockade mit ein bis zwei Mitarbeitern an.
Die vollständige Wiederaufnahme der Produktion in der Walderseestr. 9 beginnt im Jahr 1950. Das bereits 1941 erworbene Nachbargrundstück Walderseestr. 10 wird 1954 vollständig mit einer Gießereihalle bebaut. Die im Wiederaufbau befindliche Berliner Elektroindustrie sichert mit ihren Aufträgen das Fortbestehen und mit Beginn der Wirtschaftswunderzeit in der zweiten Hälfte der 50er Jahre ein schnelles Wachstum des Unternehmens. Die Familie zieht von Birkholzaue zurück nach Reinickendorf, der neue Wohnsitz ist nun Berlin-Frohnau.

Für die Gießerei Sperlich beginnt eine Phase der Neuorientierung und des Auf- und Ausbaus des Betriebsgeländes.

1966 bekommt die Firma ihre heutige Rechtsform, sie wird Walter Sperlich GmbH & Co Gießerei KG. Das Handelsregister hält fest, das "Zweck und Gegenstand die Herstellung und der Vertrieb von bzw. mit Gießereierzeugnissen und Kunststoffen aller Art sowie Tätigkeiten auf den in diesem Zusammenhang stehenden oder verwandten Gebieten" ist.
Walter Sperlich erwirbt die an die Walderseestraße angrenzenden Grundstücke bis zur Holländerstr. 122 und baut die Gießerei zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen aus. Auf einer Produktionsfläche von ca. 7.000 qm werden neben Kunstguss vor allem Aluminium- und Zinkgussteile im Sandguss, Kokillen- und Druckgussverfahren hergestellt.
Zu den großen Kunden der Elektroindustrie zählen die AEG Fabriken und die Siemens & Halske AG.
Die Zahl der Mitarbeiter wächst in diesen Jahren auf etwa achtzig.